Hallo raminchen,
ich kann dich gut verstehen, ich habe auch so ein Sensibelchen zuhause. Mein Sohn ist jetzt 11 Jahre alt und in der 6. Klasse am Gymnasium. Fast das gesamte erste Halbjahr der 5. Klasse durch war er verkrampft und depressiv, bis wir mal merkten was los war. Er hat sich so einen Druck gemacht, weil er dachte, nur mit Einsen in jedem Fach könne er auf dem Gym bleiben. Er hatte panische Angst, auf die Realschule oder womöglich auf die Hauptschule zu müssen, und warum?
Nur weil ehemalige Mitschüler der Grundschule ihn gründlich "bearbeitet" hatten. Die hatten ihm ständig erzählt, er würde es niemals auf dem Gym. schaffen und müsse bestimmt nach einem halben Jahr runter, was dann oberpeinlich wäre und es sei doch viel besser, gleich auf die Werkrealschule zu gehen.
Klar war das nichts als Neid, aber in dieser Hinsicht ist mein Großer einfach zu naiv. Der glaubt, was ihm die Mitschüler erzählen.
Mit Unterstützung der Lehrer haben wir ihn nach und nach von diesem Tripp runterbekommen. Wir mussten ihm aufzeigen, wie viel Lernaufwand seine Klassenkameraden für eine gute Zensur betreiben müssen, und wie viel Er dagegen tun muss um in schöner Regelmäßigkeit die beste Arbeit - in nahezu jedem Fach - zu schreiben - nämlich fast NIX.
Das hatte zwar geholfen, und den Lehrern sind wir auch sehr dankbar für Ihre Unterstützung, aber die Medaille hat auch eine Kehrseite. Mein Herzelchen hat es einigermaßen kapiert, aber anstatt zufrieden zu sein, hat er nun angefangen anzugeben wie Graf Ro** von der Backe. Auch nicht gerade förderlich....
Wir erleben immer eine Gradwanderung zwischen Übermotivation und Resignation. Wir brauchen unendlich viel Fingerspitzengefühl. Ich fürchte, das wird sich so schnell auch nicht ändern.
Dir alles Gute
LG IchbinIch