Autor Thema: die ersten Wochen auf der Mittelschule  (Gelesen 1013 mal)

Offline Eichhörnchen

  • Neuling
  • *
  • Beiträge: 15
die ersten Wochen auf der Mittelschule
« am: Oktober 02, 2011, 16:56:58 »
Halli Hallo,

so. Wir haben jetzt die ersten Wochen auf der Mittelschule geschafft und ich will mal kurz zurückschauen.

Also: Junior hat sich ganz gut an die neue Situation gewöhnt. Zeitiger aufstehen, mit einem überfüllten Bus fahren, neue Schule...
Da er seeeehr sensibel ist, hatte er da schon dran zu knabbern. Aber in seiner Klasse sind seine ganzen vorherigen Klassenkameraden und die aus seiner früheren Parallelklasse.
Am 2. Tag kam er nach Hause und wollte am liebsten die ganze Schule abbrennen. Das haben wir jetzt überstanden. Es gefällt ihm jetzt ganz gut. Er meldet sich häufiger, kommt wohl auch oft dran. Mathe ist manchmal langweilig. Aber sie haben da Blockunterricht und 90 min über Rundungsregeln zu reden ist ja wirklich nicht der Reißer.

Er hat in Mathe und Geo in den Kontrollen eine 1 gehabt und da standen so nette Sachen wie PRIMA oder auch ein Aufkleber drunter. So was kennen wir von der Grundschule gar nicht. Und ich glaube in Punkto Motivation ist es richtig, das er erst mal auf die Mittelschule geht. Auf dem Gymnasium wäre es sicher nicht so.


Die Schulpsychologin will mit der Beratungslehrerin vom Gym reden und eine Art Paten für Junior einsetzen lassen, der sich in diesem Schuljahr um ihn kümmert. Und  dann wird er hoffentlich den Sprung gut schaffen. Mal sehen, ob das so aufgeht.

Eine Sache, die mir aber sehr zu denken gibt, ist Juniors Gesundheit. Seit Januar ist er sehr anfällig. Letzte Woche hat er wieder mit Fieber und Bauchschmerzen flach gelegen.
Kann das mit der seelischen Verfassung zusammen hängen? Das war jetzt so ein Gedanke von mir, das sich eventuell seine seelische Unausgeglichenheit jetzt auf die Gesundheit überträgt.
Versteht ihr, wie ich das meine?
Könnt ihr euch so was vorstellen?

Die Schulpsychologin meinte auch, das er dringend etwas bräuchte, wo er ganz vorne sein kann. Das war ja auch schon vor ca. 2 Jahren mal seine Äußerung, das er mal irgendwo der Beste sein will. Aber ohne Training geht es eben nirgends. Dort kommt dann aber die Schleife mit dem schlechten Selbstwert zum tragen. Er traut sich manches nicht, weil er denkt, dass er es eh nicht so gut kann. Die Trainerin beim Gerätturnen lässt ihn aber darauf hin auch nicht so viel machen bzw. ausprobieren. Das ärgert ihn wieder und gibt ihm noch mehr das Gefühl, das er es eben nicht kann.

Das war es erst mal. Vielleicht habt ihr ja Ideen und Anregungen. Bin für vieles offen.

lG Eichhörnchen

dani

  • Gast
Re: die ersten Wochen auf der Mittelschule
« Antwort #1 am: November 09, 2011, 00:08:07 »
Hallo Eichhörnchen, versuch mal, seine Interessen auf den Kopf zu legen und nicht auf den Körper. Da findet er vielleicht was, dass ihm Spaß macht und ihm allein gehört. Mit dem Wissen kann er auch der Beste sein, oder vielleicht mit einem Instrument, das müsst ihr ausprobieren um es herauszufinden.

Offline Anekdote

  • Veteran
  • *****
  • Beiträge: 654
  • Neuer Tag - neues Glück
Re: die ersten Wochen auf der Mittelschule
« Antwort #2 am: November 09, 2011, 10:12:33 »
Oh hier habe ich was übersehen. Sorry ich war ein paar Wochen lang weg.

Tja das mit der Anfälligkeit, das kann alles mögliche heißen. Vlt. auch nur ein Wachstumsschub, der ihn ein bisschen anfälliger macht.

Auf Aufkleberchen usw. in der Mittelschule steht er noch? Sowas kennt ihr nicht aus der GS? Ich war froh, als das endlich vorbei war.

Ich würde auch die Sache mit dem Sprung... wohin überhaupt, ans Gymi oder eine Klasse höher, erstmal ganz nach hinten schieben. Der Junge muss jetzt ja erstmal da klarkommen. Es sei denn, du siehst dass er über den Dingen steht und stark unterfodert ist. Doch wenn es ihm gut geht, würde ich erstmal alles sacken lassen.

Melde Dich mal wieder :)
"Individuelle Förderung, alle sagten bei uns geht das nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste und machte es einfach. " nach Begabungspädagogin Petra Esser

Offline Eichhörnchen

  • Neuling
  • *
  • Beiträge: 15
Re: die ersten Wochen auf der Mittelschule
« Antwort #3 am: November 26, 2011, 17:45:25 »
So. Jetzt bin ich auch mal wieder hier  ;).

Dani: Mit dem Kopf ist so eine Sache. Er blockt im Moment alles ab.
Ein Instrument hatten wir schon mal erwogen. Er wollte gern Gitarre spielen. Aber im Moment ist es eher Schlagzeug. Oder doch lieber keins?

Anekdote: Wir hatten eigentlich vor, M. nach diesem Schuljahr aufs Gym rüberzunehmen.
Im Moment sind wir da aber am zweifeln. Von der Motivation her, haben die Lehrer an der Mittelschule sicher mehr drauf. Er kommt jetzt auch oft heim und erzählt mir, dass er die beste Arbeit hatte. Eine 2, aber die meisten Punkte. Nur ob die Zensuren für den Gym-Schnitt reichen, weiß ich nicht. In Mathe hat er sich in einer großen Arbeit wieder eine 4 gefangen. Erste Seite top - zweite Seite flop. Und in Informatik hat er bis her eine Zensur, und das war eine 4. (Staubtrockene Arbeit über die Tastenbelegungen am Computer.)

Ich war gedanklich schon soweit, dass ich ihn auf der Mittelschule lassen wollte, wenn er sich dort nicht zu sehr langweilt.

Aber seit Freitag bin ich wieder etwas aus meinem Konzept geworfen.
Wir waren wieder bei unserem Kinder- und Jugendpsychiater/Psychologen. Er hat diesmal persönlich mit M. geredet. Er sah dann nur kurz zu mir ins Wartezimmer und meinte: Der geht seinen Weg. Naja...zuckte dann kurz mit dem Kopf und war wieder verschwunden.
M. sagte mir dann auf dem Rückweg, dass sie darüber geredet haben, dass er immer Angst hat. (Seit das mit dem Maja-Kalender aktuell ist, macht er sich sehr große Gedanken über den Weltuntergang.) Und dann hätten sie noch darüber geredet, dass M. immer traurig ist. Der Psychiater hätte dann gemeint, dass er ihm , wenn es im Dezember immer noch so ist, Tabletten geben könnte.

Da hat es mir fast den Boden weggehauen. Er bietet meinem Kind ernsthaft Antidepressiva an.
Und dann gehen die Gedanken natürlich wieder los. Hängt es doch mit der andauernden Unterforderung zusammen? Dann kann ich aber nicht das Symptom behandeln, sondern muss bei der Ursache anfangen.
Bloß wie sollen wir das jetzt so schnell rausbekommen, was der wirkliche Grund ist?

Ich habe auf jedenfall der Schulpsychologin geschrieben und werde sehen, was sie mir antwortet.
Die Tabletten will ich ihm nicht einfach so geben. Da müsste schon klar sein woran es liegt, und ob man an der Ursache was verändern kann.

Freu mich auf eure Antworten und eure Sichtweisen.

lG Eichhörnchen

Offline Eichhörnchen

  • Neuling
  • *
  • Beiträge: 15
Re: die ersten Wochen auf der Mittelschule
« Antwort #4 am: Dezember 17, 2011, 13:35:45 »
Stand im Moment:

Die Schulpsychologin nimmt auch eher an, dass er nicht wirklich Depressionen hat sondern das es eher depressive Verstimmungen sind. Die Ursache vermutet auch sie in der chronischen Unterforderung. Im Januar werden wir ein Gespräch mit der Klassenlehrerin, der Beratungslehrerin, uns und der Schulpsychologin haben, wo wir Möglichkeiten besprechen wollen, wie es weitergehen kann.

ein schönes und besinnliches Fest wünsch ich euch

Eichhörnchen