Autor Thema: "Familienkrankheit?"  (Gelesen 467 mal)

Phillippa

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"Familienkrankheit?"
« am: Oktober 18, 2011, 14:03:37 »
Meine Tochter ist 7&besucht die 2.Klasse.
Sie ist kein Wunderkind,sie kann erst seit der ersten Klasse lesen&schreiben.
Ihre Lesekompetenz ist höher als im Altersdurchschnitt.Naturwissenschaftliche Themen interressieren sie sehr.Ihre Sozialkompetenz ist sehr ausgeprägt.Meist spielt sie mit älteren Mädchen.Sie hatte immer schon Probleme sich auf neue Situationen einzustellen,nun mit dem Wechsel in die 2.Klasse spitzen sich die Probleme zu.
Sie braucht(zum Beispiel) Stunden für die Mathehausaufgaben&nach viel Diskutiererei schafft sie dann doch die Arbeit in 10Minuten.

In meiner Familie sieht es so aus,das ich einen Bruder habe der hochbegabt(IQ um 140) bzw.technisch sogar höchstbegabt ist.Er hatte immer grosse schulische Probleme&arbeitet nun in einem handwerklichen Beruf.Bei ihm gab es vor ca.7Jahren Tests beim Schulpsychologen.
Meine Mutter hat als Kind in der Volkschule Klassen übersprungen&ihre Merkfähigkeit ect.ist definitiv nicht "normal".
Sie hat einmal bei einer Fernsehshow einen sehr hohes IQ Ergebniss gehabt(mir ist klar,das ist nicht mit einem professionellen Test zu vergleichen).
Ihr Bruder ist ebenfalls getestet&hochbegabt.

Folgende Fragen wollen mir nicht aus dem Kopf:

Gibt es eine genetische Komponente?
Ist es sinnvoll mein Kind testen zu lassen?
Was würde der Test für meine Tochter verändern?
Bin ich eine hysterische Mutter?


Viele liebe Grüsse

Offline susann65

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Re: "Familienkrankheit?"
« Antwort #1 am: Oktober 18, 2011, 22:08:56 »
Lass testen, stell dir aber auch die Frage , was passiert dann?
Ich war so doof und habe Tests gehabt, normal eingeschult und das Kind nicht früher gehen lassen. Heute haben wir einen Klassensprung hinter uns, der von mir nicht mitgetragen wurde. Derzeit holen wir etws Mathe nach, haben aber trotzdem nicht das Gefühl, dass es gut war.
Überlegt euch genau, was dann anders würde

Gruß Susann

Phillippa

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Re: "Familienkrankheit?"
« Antwort #2 am: Oktober 19, 2011, 08:33:53 »
Hallo Susann,
Das genau ist die Frage, wäre dann etwas anders?
Bin weit davon entfernt an einen Klassensprung zu denken.Vielmehr auf der Suche nach einer Ursache für ihre eine Blockade.
Habe ein Dejavue mein Bruder(er ist 16Jahre jünger als ich)hat sich  durch die Schule gequält.Würde ihr gerne so einen Weg ersparen.
Grüsse


Offline Schildkröte

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Re: "Familienkrankheit?"
« Antwort #3 am: Oktober 19, 2011, 19:19:37 »
Hallo,

Problem ist, selbst mit HB Ergebniss kann man dem Kind die Grundschule und in der Grundschule nichts ersparen.

Egal ob die Lehrer es wissen oder nicht. Entweder hat man Glück und es läuft, d.h. es gibt etwas Futter. Oder eben nicht.

Auch ein Sprung würde bei uns nichts an der Tatsache ändern, daß in der GS wiederholt und wiederholt und wiederholt wird.

Gut, daß wir das nicht vorher wußten.

Unsere ist getestet und mit 5 1/4 eingeschult, leider immer noch 1 Jahr zu spät. Sohni geht normal durch und rechnet z.B. die zahlreichen Aufgaben der 4 Klasse ebenso als wenn ich Ihm welche der 6. Klasse gebe. Er ließt die "Schultexte" ebenso wie Geschichtsbücher oder Erwachsenenliteratur. Die gesamte Auffassungsgabe paßt einfach nicht.

Da müssten unsere Kinder alle mit 7 Jahren mindestens in der 7. Klasse sitzen, damit die Informationsmenge und der Inhalt "paßt".

Aus dem gleichen Grunde wie Du (es kann ja nicht sein, daß sie nieeee lernen möchte??) haben wir zum 6. Geburtstag testen lassen. Jetzt lebt es sich eben mit der Gewissheit. Wir finden es besser.

Wenn du getestet hast, wirst du merken, es gibt auch "vernünftige" Mütter mit HB Kindern. (Schau dich hier ruhig um ;))

Offline Anekdote

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Re: "Familienkrankheit?"
« Antwort #4 am: Oktober 20, 2011, 18:17:13 »
Hallo Phillippa,

Gibt es eine genetische Komponente?
Ist es sinnvoll mein Kind testen zu lassen?
Was würde der Test für meine Tochter verändern?
Bin ich eine hysterische Mutter?

Ja es gibt die erbliche Komponente. Sie ist sogar höher als bisher angenommen. Das sagt zumindest eine Langzeitstudie an Zwillingen aus London aus (Teds heisst die Studie). Je älter der Mensch wird, umso stärker kommt die erbliche Komponente bei der Intelligenz zum Tragen. Und... Üben und Training trainiert zwar Fertigkeiten, aber nicht die Intelligenz selber.

Es ist in Eurer Situation schon sinnvoll das Kind testen zu lassen. Habt ihr doch momentan Probleme und könnt nicht richtig greifen, warum. Mit Test hättet ihr ein genaues Profil und man kann daraus Schlüsse für die weitere Schullaufbahn etc. ziehen. Doch ein Test nur beim spezialisierten Psychologen, wie eben schonmal gesagt und auch nur dort, wo man sich gut mit Kindern auskennt. Am günstigsten jemand der ein Händchen für Mädchen hat.

Wo wohnt ihr denn (in etwa)?

Ob Du eine hysterische Mutter bist kann ich nicht wissen, wenn gibts hier sicher noch mehr davon.  :D (Naja man wird leicht für eine gehalten, also mal willkommen im Club der Eislaufmütter)  :D

Zum Matheproblem. Es ist oft so, dass die HB sich schwer tun mit den einfachen Übungen. Das Gehirn will arbeiten und zwar richtig. Es braucht Erfolgsmeldungen. Wenn dann wochenlang auf einfachsten Problemen herumgekaut wird in der Grundschule, so schlaucht das den kleinen Schnelldenker schon sehr. Sie merken leicht, da ist was anders als bei den anderen Kindern, wissen aber oft selber nicht was. Sie wissen oft selber nicht was sie brauchen. Wie auch, sie sind ja noch junge Kinder. Also ist ein Test schon angebracht.

Und der macht am Ende sicher auch noch Spaß. Ich hatte meine Tochter lange nicht mehr so fröhlich und ausgeglichen erlebt wie nach dem Test.
"Individuelle Förderung, alle sagten bei uns geht das nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste und machte es einfach. " nach Begabungspädagogin Petra Esser