Autor Thema: Sehr früher Verdacht auf Hochbegabung - was tun?  (Gelesen 934 mal)

Steffen

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Sehr früher Verdacht auf Hochbegabung - was tun?
« am: November 15, 2011, 12:22:07 »
Hallo zusammen,

meine Tochter wird im Januar vier Jahre alt. Sie war in vielen Bereichen ein Frühstarter, in den letzten Monaten verdichtet sich für mich der Verdacht auf Hochbegabung (sehr frühes Sprechen, hohe Gedächtnisleistung, perfektionistisch und selbstkritisch, verweigert Routineaufgaben und hinterfragt Autoritäten und Regeln, tiefgründiger Humor, sowie weitere Hinweise. Eigentlich der Großteil der typischen Indizienliste).

Mein Bruder und ich sind beide hochbegabt, daher halte ich es für statistisch sehr wahrscheinlich, dass meine Tochter ebenfalls überdurchschnittlich intelligent ist.

Ich wurde als Kind nicht speziell gefördert und habe lange unter dem Anderssein und der Aussenseiterrolle gelitten. Ich möchte meiner Tochter diese Isolation gerne ersparen.

Meine Frage - was tun? Jetzt schon testen? Meines Wissens sind Tests in diesem Alter noch sehr unscharf bzw. fehleranfällig.

Oder erst noch laufen lassen und einfach selbst für möglichst viele Inputmöglichkeiten sorgen? Ich möchte weder in verfrühten Aktionismus ausbrechen noch eine sinnvolle Förderung unterlassen.

Mein Kinderarzt meinte, dass sei doch alles noch sehr früh und man könne ja mal einen Termin beim Psychologen machen. Es war aber deutlich zu merken, dass er es eher unter dem Kapitel "elterliche Eitelkeit" abgehakt hat.

Die Fähigkeiten meiner Tochter sind jedoch teilweise sehr ungewöhnlich, und ich halte mich für selbstkritisch genug, mit einer gewissen Objektivität zu urteilen. Und die genetische Prädisposition spricht ja auch dafür. Leider ist es schwierig, mit Dritten diese Thematik vorurteilsfrei zu besprechen.

Über Feedback würde ich mich sehr freuen.

Grüße,

Steffen

Offline Anekdote

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Re: Sehr früher Verdacht auf Hochbegabung - was tun?
« Antwort #1 am: November 15, 2011, 14:18:32 »
Hallo Steffen,

na es ist nie ganz sicher, dass so ein Test in dem Alter klappt, das Kind motiviert mitmacht. (Bei unserer damals hat es geklappt und ein Test in diesem Jahr hat das Ergebnis von damals bestätigt.)

Und ob es schon Probleme gibt, die ihr lösen könnt, wenn ihr wisst, es geht in die Richtung HB. Doch wenn es bei Euch wegen Erblichkeit in der Familie einfach ein Generalverdacht ist, der aufgrund der Entwicklung des Kindes auch verstärkt wird, dann wäre das mit dem Test sicher nicht so Prirorität.

Ich würde mir eher die Frage nach der weiteren Förderung des Kindes stellen. Wie kann man sie fordern, wann schult man sie ein. Wenn ihr unsicher seid, was das angeht, kann Euch da ein Test sicherlich auch weiter helfen. Die Frage ist nach dem Test, was passiert, was fängt man mit dem Ergebnis an.  ;)
"Individuelle Förderung, alle sagten bei uns geht das nicht. Dann kam einer, der das nicht wusste und machte es einfach. " nach Begabungspädagogin Petra Esser

Offline Steffen

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Re: Sehr früher Verdacht auf Hochbegabung - was tun?
« Antwort #2 am: November 15, 2011, 20:34:41 »
Vielen Dank für Deine prompte Antwort.

Ein Testergebnis hätte für mich aus zwei Gründen eine Bedeutung.

1. Sensibilisierung des erzieherischen Umfeldes. Die Kita arbeitet personell sowieso am Anschlag, ich bezweifle, dass denen besondere Talente einzelner Kinder überhaupt groß auffallen würden. Und wie soll ich denn mein Anliegen kommunizieren? "Ich glaube mein Kind ist hochbegabt. Sie verbringen unter der Woche mehr Zeit mit ihr als ich. Momentan lernt sie gerne rechnen und schreiben, bitte unterstützen Sie sie dabei." Die denken doch bloß "noch so ein ehrgeiziger Vater, der sich auf dem Rücken des Kindes selbst verwirklichen will." Ein Testergebnis brächte Objektivität in die Debatte (hoffe ich).

2. Möglicherweise könnte mir ein Test besser aufzeigen, in welchen Bereichen mein Kind besonders begabt ist, als ich dies aus meiner subjektiven täglichen Beobachtung heraus kann. Ich bin momentan eher passiv in der Förderung, stelle also nur einen möglichst breitgefächerten Input zur Verfügung und lasse sie nach Interesse die Themen erkunden, die sie für sich auswählt.

Offline Anekdote

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Re: Sehr früher Verdacht auf Hochbegabung - was tun?
« Antwort #3 am: November 16, 2011, 09:08:48 »
Sensibilisierung des erzieherischen Umfeldes. Ja das hatten wir uns damals auch gedacht. Unsere Tochter war nämlich kein Partylöwe. Sie zog sich immer eher mal ins stille Eckchen zurück und nahm eher mal die beobachtende Haltung ein. Sie knüpfte nicht so gerne Freundschaften, lehnte mitunter auch Spielangebote Gleichaltriger ab, wollte lieber mit den Erziehern spielen.

Wir haben sie dann auch testen lassen mit gerade vier und meinten, wenn wir das Ergebnis haben,  können wir in der Kita die Ursachen für das Verhalten des Kindes begründen und hofften, dass man anders auf sie eingehen kann. Der Test kam und brachte nur das zu Tage, was wir Eltern wussten.

Leider verstand man in der Kita den Inhalt des Gutachtens nicht. Man war auch nicht willig, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Ich fand dann mal zufällig dort ein Stück eines Artikels wo geschreiben war, dass sich HB erst ab dem Alter von zehn Jahren sicher herausfinden lässt und dass frühere Tests Kaffeesatzleserei sind.

Im Umgang mit unserem Kinde in der Kita hat sich nichts geändert. Wir sollten herbeiführen, dass das Kind sein Verhalten ändert, dass es mehr mit anderen Kindern spielt, dass es seine Interessen ändert.

Das konnten wir allerdings nicht. Wir haben sie dann, ein Jahr eher eingeschult mit gerade fünf Jahren.

Es war der richtige Schritt. Hinterher habe ich mich gefragt, warum ich mir bezüglich vorzeitiger Einschulung mir dermaßen das Hirn zermartet und mich derart fertig gemacht habe, ja bloß keinen Fehler zu machen. Es lief alles prima und war der beste Schritt fürs Kind.

Ein Jahr länger hätte sie es in der Kita nicht ausgehalten und ein Jahr später wäre sie auch in der ersten Klasse eingegangen  und wer weiß, wie dem sensiblen Kind ein Klassensprung in eine dann schon gefestigte Klasse zwei bekommen wäre.

Ein Test wird Eurer Tochter sicher Spaß machen und womöglich auch zeigen, dass Eure Vermutung zutrifft. Doch es ist nicht sicher, ob ihr in der Kita damit etwas ausrichten könnt. Bei uns half das leider gar nichts. Nur der Rektor der Schule war offen und verstand was das Gutachten aussagte. :)
« Letzte Änderung: Dezember 22, 2011, 17:19:04 von Anekdote »
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Offline Steffen

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Re: Sehr früher Verdacht auf Hochbegabung - was tun?
« Antwort #4 am: November 16, 2011, 13:41:59 »
Im Umgang mit unserem Kinde in der Kita hat sich nichts geändert. Wir sollten herbeiführen, dass das Kind sein Verhalten ändert, dass es mehr mit anderen Kindern spielt, dass es seine Interessen ändert.

Das konnten wir allerdings nicht...

Wahrscheinlich wolltet Ihr das auch nicht. Bei so einer Aussage seitens der Kita kriegt man doch gleich gute Laune  >:(

Mal sehen, ich werde wohl erst einmal in einem Vorgespräch beim Psychologen abklären, ob ich ein gutes Gefühl mit einem Test hätte. Unsere Tochter ist so schüchtern, dass sicherlich mehrere Besuche nötig wären um eine entspannte Testatmosphäre herbeiführen zu können.

Sie ist ja 2013 mit fünfeinhalb ein Kann-Kind, insofern wäre ein Testergebnis durchaus sinnvoll, da das letzte Kita-Jahr ja mit schulvorbereitenden Inhalten gefüllt ist. Da möchte ich schon valide Argumente in der Hand haben, wenn ich die Hochstufung in die Vorschulgruppe vorschlage.

Auch bei einer möglichen Bewerbung an einer Montessori-Schule ist ein HB-"Nachweis" sicherlich hilfreich. Bei uns gibt es eine solche Einrichtung in noch erreichbarer Nähe.

Gestern abend hat meine Maus zum Spaß gesächselt. Wir wohnen in Berlin, und ich weiß nicht, wo sie den Dialekt aufgeschnappt hat. Sie kann das eigentlich nur kurz irgendwo gehört haben. Jedenfalls hat sie sich nicht einfach nur ein oder zwei Sätze gemerkt, sondern ganz offensichtlich das Klangmuster abgespeichert, und war in der Lage in ihrem normalen Redefluß darauf umzuschalten. Ich bin manchmal einfach sprachlos.

Offline Anekdote

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Re: Sehr früher Verdacht auf Hochbegabung - was tun?
« Antwort #5 am: November 16, 2011, 14:18:56 »
Nö, natürlich wollten wir das nicht.  ;)

Zum Thema schüchtern. Da haben wir eine ordentliche Überraschung erlebt, die ich so schnell nicht mehr vergessen werde. Meine auch immer schüchtern hat sich einfach auf den Tester und seine Aufgaben eingelassen. Das kannte ich bisher so von ihr nicht. Sie hatte auch immer Angst vor Menschen mit schwarzen Haaren - k. A. warum. Das war an dem Tag kein Thema.

Sie hat wunderbar mitgemacht. Alles lief an einem Termin. Nur das Folgegespräch haben wir verschoben auf einen Termin wo die Maus in der Kita war.

Inzwischen habe ich eine Erklärung dafür. Weil es auch ähnliche Situationen gab. Wer in dem Kind nicht per se ein stilles zurückhaltendes (dümmliches) Blondchen sieht, bekommt auch so ein Kind nicht zu sehen, sondern ein quicklebendiges, aufgeschlossenes und interessiertes Kind. Es kommt auf den Gegenüber an.
 :)
« Letzte Änderung: November 16, 2011, 14:37:06 von Anekdote »
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Offline Steffen

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Re: Sehr früher Verdacht auf Hochbegabung - was tun?
« Antwort #6 am: November 16, 2011, 20:35:41 »
Ja, das mit dem richtigen Gegenüber stimmt wohl. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Tochter auf ein ungefragtes Eindringen in die Intimdistanz oder plumpdreiste Ansprachen sehr allergisch reagiert. Am meisten können Erwachsene bei ihr punkten, wenn sie ihr die Möglichkeit geben, den ersten Schritt zu machen. Sie beoachtet fremde Personen und deren Verhalten gerne ein Zeit lang und sucht dann selbst einen Weg zur Kontaktaufnahme.

Das habe ich allerdings auch durchaus häufiger bei anderen Kindern festgestellt. Ich selbst begrüße fremde Kinder lediglich mit einem beiläufigen Hallo. Je nach Reaktion, weiß man dann recht gut was geht. Manche Kinder sind sehr extrovertiert und sprudeln gleich drauflos, andere antworten zurückhaltend, wieder andere sagen gar nichts oder drehen sich weg. In diesem Fall mache ich dann keinen weiteren Schritt, sondern warte einfach und beachte das Kind nicht. Nach einer mehr oder weniger langen Zeit macht das Kind dann den ersten Schritt.

Damit bin ich bisher recht gut gefahren.

Zum Thema Psychologen: Hat vielleicht jemand bereits gute Erfahrungen mit Psychologen im Raum Berlin gemacht? Kennt jemand einen Fachmann mit "Händchen"?

Offline meph

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Re: Sehr früher Verdacht auf Hochbegabung - was tun?
« Antwort #7 am: November 18, 2011, 21:08:15 »
Hallo,

deine Kleine ist durchaus schon im testähigem Alter (meine Tastatur hat aussetzer), die Fehlerquote liegt mehr im Falschnegativen... Falschpositiv gibt es fast nicht....
Bei meiner Motte wurde das erste Mal der verdacht mit 14 (!) Monaten geäussert, mit 2 Jahren war es offensichtlich (Buchstaben zusammenziehen), mit 27 monaten hatte sie auf grund schwerer verhaltensauffälligkeiten (Nervenzusammenbruch durch "anfeindungen" fremder erwachsener etc) ihren ersten (Entwicklungs)test.  Dort hat sie das Raster in teilbereichen gesprengt und damit schien der verdacht auch ohne iqwert bestätigt (teilweise 2 Jahre entwicklungsvorsprung)... mit 3,11 Jahren hat sie spontan beim Kontrolltermin im SPZ völlig übermüdet den Hawiva 3 gemacht (mit einem Motoriktest gegengeprüft) und rausgekommen ist eben eine HB mit motorischer Entwicklungsverzögerung.

Bei uns gibt es ebenfalls eine erbliche Komponente... Mein Mann ist getestet, ich ungetestet, aber meine Psychologin ist sich sicher, dass ich von meinen Denkstrukturen klar damit reinfalle.

Wir gehen übrigens sehr offensiv mit dem Thema um, meine Große weiss auch, "was sie hat", für sie ist es aber nichts anderes als wenn jemand ne Brille trägt. Also ohne jede Wertung! Die Offensivität bringt mir zwar manchmal unangenehme Begegnungen, aber für unsere Maus ist es besser, weil ich so im Vorfeld die ihr guttuenden Personen finden kann (z.B. erzieher, die sich offen zu ihr stellen- ohne wertung!). Wir fahren damit bisher relativ gut und lieber lass ich mich anzicken als dass meine 4,5jährige diesen Druck aushalten muss.


LG

von einer völlig übermüdeten Meph *g*


Edit: ich lauf natürlich nicht mit einem Schild durch die gegend: Mein Kind ist hochbegabt! Aber die für den Umgang damit relevanten Personen wissen Bescheid. Vor dem Umzug im Kinderchor hat die Leiterin mich am Ende des Jahres selbst mal angesprochen bzw. es hat sich so ergeben, weil sie auch im musischen ein wahnsinnsverständnis hat (mit 3 Jahren schon 2. Stimme singen und einen Kanon aushalten), die Chorleitung ihres neuen Kurses weiss es NICHT, die Geigenlehrerin hat schon letzte woche nach der 1. stunde festgestellt, dass sie eine wahnsinns auffassungsgabe hat--- ich denke, da MUSS ich garnichts erwähnen.... im Sport wäre es total deplaziert, im Kiga bei den Erziehern meiner Meinung nach aber extrem wichtig.... ich hab kitas anhand der reaktion auf das thema schon direkt ausgesiebt
« Letzte Änderung: November 18, 2011, 21:13:09 von meph »

Offline Anekdote

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Re: Sehr früher Verdacht auf Hochbegabung - was tun?
« Antwort #8 am: November 19, 2011, 11:35:06 »
Ich möchte noch kurz auf den Beitrag zum Thema Hochbegabung im Vorschulalter auf unserer dazugehörigen Infoseite hinweisen.

http://www.schicksal-hochbegabung.de/2010/03/test-vorschulkinder/
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zweiflerin

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Re: Sehr früher Verdacht auf Hochbegabung - was tun?
« Antwort #9 am: November 21, 2011, 16:12:13 »
Ich betrachte hier vieles von einer anderen Seite als andere, deshalb gebe ich auch hier mal wieder meinen Senf hinzu.

Ich habe mindestens 2 Kinder mit HB. Eine ist noch viel zu klein zum testen, bringt aber immer mal interessante Dinge zu Tage, die uns alle denken lassen: Och nicht noch einmal!

Ja, bei uns ist HB mittlerweile keinen Freudensprung mehr wert. Dazu ist es mit meinen Hb-chen einfach schon immer zu anstrengend gewesen.

Was soll Dir denn eine Testung helfen? Ich habe meine Kinder testen lassen müssen. Es waren Neben-Ergebnisse und ich bin zwar froh, dass ich es weiß, aber es hilft uns nicht. Im Gegenteil. Manchmal macht es mich wahnsinnig zu wissen, dass Sohnemann einen solchen IQ hat und dann ne Mathearbeit verhaut, weil man eben einfach gerade nicht an solchen Banalitäten wie Schule interessiert ist.

Glaubst Du, euer Kindergarten lernt mit Töchterchen Lesen? Vergiss es. Die Aussage unserer Kindergärten waren:
1. Das verwächst sich!
2. Der soll erstmal lernen wie ein normales Kind zu spielen und sich altersgerecht zu benehmen.

Also ganz ehrlich: Wenn ich meine Kiddies nicht hätte testen lassen MÜSSEN, dann hätte ich es nicht getan. Ich habe nichts damit gewonnen und die Kinder auch nicht.

Fördere Deine Maus doch einfach so wie sie es verdient hat. Ob da nun ein IQ-Wert von 130 oder 150 herauskommt ist doch völlig egal. Sie braucht die Förderung, die sie einfordert und wenn das Lesen ist, dann ist das Lesen. Egal was HAWIWA, HAWIK,  oder sonstwas dazu sagen

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Re: Sehr früher Verdacht auf Hochbegabung - was tun?
« Antwort #10 am: November 21, 2011, 18:57:49 »
Na wir haben schon was gewonnen, nämlich die Erkenntnis dass wir nicht spinnen. Denn in der Kita lief unsere Tochter mit Tarnkappe herum. Allerdings wie oben schon erwähnt, wir sollten dafür sorgen, dass sich das Kind integriert, an der (Lern)Umgebung musste nichts geändert werden.

Beim Test mit 7,5 Jahren gab es bei unserer Tochter einen Schub im Selbstwertgefühl und im Selbstbewusstsein. Allerdings haben wir auch mit neuesten Ergebnissen nichts in Richtung Differenzierung erreichen können in der Grundschule.
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Re: Sehr früher Verdacht auf Hochbegabung - was tun?
« Antwort #11 am: November 23, 2011, 02:15:28 »
Ja, bei uns ist HB mittlerweile keinen Freudensprung mehr wert. Dazu ist es mit meinen Hb-chen einfach schon immer zu anstrengend gewesen.

Glaubst Du, euer Kindergarten lernt mit Töchterchen Lesen? Vergiss es. Die Aussage unserer Kindergärten waren:
1. Das verwächst sich!
2. Der soll erstmal lernen wie ein normales Kind zu spielen und sich altersgerecht zu benehmen.

Also ganz ehrlich: Wenn ich meine Kiddies nicht hätte testen lassen MÜSSEN, dann hätte ich es nicht getan. Ich habe nichts damit gewonnen und die Kinder auch nicht.

Hallo zweiflerin,

zunächst einmal vielen Dank für Deine Antwort.

Freudensprünge mache ich wegen einem HB-chen auch nicht. Ein 120er IQ zu haben und als 1er-Kandidat durch die Schule zu segeln ohne unglücklich, weil unterfordert, zu sein ist sicherlich das leichtere Schicksal.

Allerdings werde ich eine HB auch nicht verstecken, weder meine, noch die meiner Tochter. Da ist mir Deine Ansicht ein wenig zu, sagen wir einmal, "vogelstraußig".

Die Kita soll auch nicht mit ihr Lesen lernen. Entweder ist sie so klug wie ich denke, dann lernt sie es von alleine vor der Schule, oder sie ist es eben nicht, und dann lernt sie es mit den anderen Kindern in der Schule.

Ich will nur nicht, dass sie ausgebremst wird, ihr Lerninteresse durch negative Erfahrungen abstumpft, oder ihr bestimmte Verhaltensweisen als "unerzogen" oder sonst wie ausgelegt werden. Es geht dabei in erster Linie um das seelische Wohlergehen und die emotionale Stabilität meiner Tochter.

Dafür halte ich es schon für wichtig, dass die Erzieherinnen zunächst einmal Kenntnis davon haben, dass meine Tochter möglicherweise einfach ein wenig anders tickt als andere Kinder, und was der Grund dafür ist. Ob dies irgendetwas an ihrem Verhalten gegenüber meiner Maus ändert, steht auf einem anderen Blatt. Aber sie müssten sich mit diesem Umstand zumindest erst einmal auseinandersetzen.

zweiflerin

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Re: Sehr früher Verdacht auf Hochbegabung - was tun?
« Antwort #12 am: November 23, 2011, 09:06:58 »
Ich verstecke die HB meiner Kinder nicht. Das hat auch gar keinen Sinn. Wenn ein 5jährgiger sich mit Dir über Gott und die Dreieinigkeit unterhält, während der 11 jährige mal eben die komplette deutsche Geschichte widergibt, kann man von "vogelstraußig" wohl nicht sprechen.

Kita und Schule wußten und wissen um die HB meiner Kinder, bis auf einer Lehrerin ist das aber eher anstrengend als wichtig.

Ausgebremst werden die Kinder irgendwie immer. Ich habe zumindest noch nie jemanden getroffen wo das anders was. Gut ich kenne niemanden von einem HB-Internat, da mag das anders sein, aber die die ich kenne, werden alle irgendwie ausgebremst. Nicht zu Hause.


Welche Kita/Schule hat denn die Möglichkeiten so auf ein kleines HBchen einzugehen, wie es das benötigt?

Die Kita müsste sich auch so mit der "Andersartigkeit" Deiner Maus auseinandersetzen. Auch ohne Test.

Offline Anekdote

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Re: Sehr früher Verdacht auf Hochbegabung - was tun?
« Antwort #13 am: November 23, 2011, 11:19:23 »
Oh gerade in der Kita sollte es noch möglich sein, einem Kind das mehr möchte, das die Welt kennenlernen möchte auch mal etwas anzubieten.

Es geht nicht darum das Kind zu beschulen, doch man könnte das Kind wenn man aufgeschlossen genug ist, mit ganz anderen Augen sehen. Man muss nur offener sein, mal vom Standarddenken abweichen. Dann weiß man auch, wie man auf so ein Kind auf einfache Art und Weise ab und zu mal eingeht und Impulse setzt.

Und dass das auch geht, das zeigen auch positive Beispiele. Gerade hat Julibraut doch darüber berichtet.

Siehe Zitat in meiner Signatur.

Die Kita müsste sich auch so mit der "Andersartigkeit" Deiner Maus auseinandersetzen. Auch ohne Test.


Das müsste sie allerdings.
« Letzte Änderung: November 23, 2011, 11:22:21 von Anekdote »
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