Autor Thema: Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?  (Gelesen 4598 mal)

justwtch03

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Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?
« am: Oktober 09, 2015, 15:54:27 Nachmittag »
Hallo,

meine Frage, bzw. mein Problem, steht ja schon oben im Betreff und obwohl es sicherlich schon sehr viele Fragen wie diese hier gibt, würde ich sie gerne doch noch einmal stellen. Auch ist mir klar, dass nur ein IQ Test sicher sagen kann, ob ich nun hochbegabt bin oder nicht. Allerdings habe ich mich bereits durch ein paar Tests im Internet gequält und die Ergebnisse waren, nunja, recht unterschiedlich  :). Erst einmal ein paar allgemeine Dinge zu mir: Ich bin 12 Jahre alt, gehe in die achte Klasse eines Gymnasiums und bin eigentlich auch ganz gut in der Schule. Außerdem habe ich noch drei Ratten, spiele Geige und lese gerne und viel, falls das jemanden interessieren sollte  ;). Seit längerem habe ich den Gedanken, dass ich eventuell hochbegabt sein könnte, habe darüber allerdings nie weiter nachgedacht bzw. wollte das auch gar nicht, da ich annahm, dass es, selbst wenn es so wäre, niemandem weiter auffallen würde. In der Klasse wird man, wenn man gute Noten schreibt, ohnehin viel schneller als "Streber" bezeichnet, als als intelligent. Zum Thema Noten: Bei mir ist das so, dass meine Unterrichtsbeteiligung in Fächern die mich wirklich interessieren, deutlich besser ist, als in Fächern, die ich persönlich für uninteressant halte. Bei schriftlichen Noten ist dieser Unterschied deutlich geringer,  im Unterricht aufpassen und sich melden ist eben nicht unbedingt das Selbe  ;D. Dass ich hochbegabt sein könnte, schließe ich daraus, dass ich einige Sachen, die meinen Mitschülern schwer fallen, deutlich schneller verstehe. Das klingt jetzt schrecklich arrogant und ich finde es auch irgendwie merkwürdig von sich selbst zu glauben, hochbegabt zu sein. Deswegen bin ich auch ganz froh, dass ich bei dieser Frage anonym bleiben kann, denn, wie gesagt, dieses Thema ist mir ziemlich unangenehm. Aber wie gesagt, ein bisschen das Gefühl ein wenig "weiter" zu sein, als meine Klassenkameraden, habe ich schon lang. Dieses Jahr ist mir das aber wieder besonders aufgefallen, weil ich mich im Moment im Unterricht irgendwie total langweile, bei Stoff, den die anderen noch lernen müssen. Ich weiß, gute Noten haben absolut nichts mit Hochbegabung zu tun, es gibt so viele sehr intelligente Menschen, die nicht besonders gut in der Schule waren/sind. Mir fallen nur auch Sachen ausserhalb der Schule oft sehr leicht und auch logisches Denken, also z.B. Dinge miteinander verbinden oder Zusammenhänge erkennen, fällt mir leicht. Wenn ich dann aber mit etwas Probleme habe, dann habe ich die unangenehme Angewohnheit, mich in dieser Sache zu verbeißen. Ich kann dann nur schlecht aufhören, bevor es nicht absolut perfekt ist. Insgesamt ist mein Perfektionismus extrem nervig, mir fällt das ja auch auf, ich kann es nur nicht ändern O_o.

Ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu vermessen und arrogant, das soll es nämlich auf keinen Fall sein. Es wäre mir nur wichtig mal zu wissen ob ich tatsächlich hochbegabt sein könnte oder eben nicht. Hat vielleicht irgendjemand Erfahrung mit den Anzeichen von Hochbegabung und/oder ob sich aus der obigen Beschreibung etwas in diese Richtung schließen lässt? Offene Fragen beantworte ich gerne.

LG

Offline Anekdote

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Re: Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?
« Antwort #1 am: Oktober 09, 2015, 19:47:55 Nachmittag »
Hallo,
herzlich willkommen.


Es ist überhaupt nicht arrogant, wenn du feststellst, dass viele andere länger brauchen, um bestimmte Dinge zu verstehen als du. Das ist dann wohl einfach eine Tatsache. Das merken mitunter schon ganz kleine Kinder im Kindergarten. Dafür kannst du ja nix und aussprechen kann man das auch. Wenn man auch aufpassen muss, in welchem Kontext man das sagt und sicher ist es auch ungünstig, wenn man das seinen Mitschülern unter die Nase reibt. Das muss man ja nicht. ;)


Menschen sind verschieden. Die einen können dies besser, andere was anderes und du kannst halt schneller denken.
Die Internettests vergiss mal schnell. Das sind nur kleine Ausschnitte von Tests, die zudem an Erwachsene gerichtet sind. Außerdem ist man bei solchen Tests meist noch von irgendwelchen anderen Dingen abgelenkt, vlt von einer Mail, die kommt oder der Katze, die ins Zimmer kommt oder Ähnlichem ;) .


Gibt's eine spezielle Förderung bei euch an der Schule, für die du dich interessierst, oder wie kommst du überhaupt auf das Thema? Testen kannst du dich lassen, das ist legitim. Möglichst unter einer Fragestellung, z. B., wenn du dich stellenweise langweilst und einfach mehr Input brauchst. Natürlich darfst du auch einfach neugierig sein.

Ein spezialisierter Psychologe, der auch über Erfahrung in der Testung mit Kindern verfügt wäre das Beste in dem Falle. Schulpsychologische Dienste, ich glaube, da kommt man wirklich nur rein, wenn man Probleme hat. Die haben lange Wartelisten.


Wenn du genauer wissen willst, wo du dich testen lassen kannst, müsstes du dich mal anmelden und mal den Wohnort mitteilen. Hast du mit deinen Eltern über deine Vermutung gesprochen? Bist du eher eingeschult?







« Letzte Änderung: Oktober 09, 2015, 19:49:38 Nachmittag von Anekdote »
Liebe Grüße
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Re: Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?
« Antwort #2 am: Oktober 09, 2015, 20:06:58 Nachmittag »
;) Na Katzen laufen bei dir wohl nicht rum.
Liebe Grüße
Anekdote


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justwtch03

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Re: Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?
« Antwort #3 am: Oktober 09, 2015, 20:31:01 Nachmittag »
Hey,

vielen Dank für die Antwort :)! ich rede jetzt einfach mal nicht mehr um den heißen Brei herum, sondern sage es so wie es ist, in der Hoffnung, dass das in einem Forum wie diesem nicht falsch verstanden wird :). Das Thema drängt sich mir in letzter Zeit wieder mehr auf, weil mich der Schulstoff seit längerem wirklich extrem langweilt, wenn ich das mal so ausdrücken darf. In mathe besipielsweise haben wir dieses Jahr das erste Mal Funktionen durchgenommen, bzw. wir nehmen sie immer noch durch. Die meisten anderen aus meiner Klasse finden dieses Thema total schwer und kommen damit teilweise gar nicht klar. Ich hatte den Stoff irgendwie schon nach der ersten Stunde verstanden und mir zuhause die Dinge beigebracht, die erst später im Unterricht drankamen, einfach weil es mich interessiert hat. Auch in anderen Fächern werden für mich persönlich die Themen einfach zu langsam erarbeitet oder zur "falschen Zeit", wenn jemand versteht was ich damit meine :). Es ist so, dass ich vielleicht von irgendetwas, was wir im Unterricht gerade erst anfangen, mal gehört habe und es mir deswegen schon selber beigebracht habe. Natürlich nicht immer, aber wenn ich das Thema nicht schon vorher einigermaßen behersche, fällt mir auf, dass ich es einfach verstehe. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber für mich ist es dann einfach klar. Ich kann mir denken wie es weitergeht, auch wenn wir z.B. gerade erst damit angefangen haben. Und dann wird es im Unterricht eben sehr schnell langweilig. Umgekehrt ist es oft so, dass man im Unterricht eine Thematik nur ankratzt und nicht näher darauf eingeht. Wenn das dann etwas ist, was mich interessiert, würde ich da gerne weiter drüber diskutieren. Es geht mir also oft alles zu langsam oder es wird für mich nicht genug vertieft. Ich weiß, dafür kann kein Lehrer was, eigentlich kann da niemand was für.  Aber es ist trotzdem frustrierend, wenn man sich Dinge anhören muss, die man schon kann und die einen deswegen oft so gar nicht interessieren. Deswegen habe ich auch nur in sehr wenigen Fächern eine eins in der Mitarbeit, weil ich mich nicht mehr melde. Wenn ich dann aufgerufen werde, kann ich aber meistens trotzdem die richtige Antowort nennen. Den Stoff, den ich im Unterricht nicht so gut mitbekommen habe, verstehe ich dann spätestens bei den Hausaufgaben. Es ist wirklich komisch - bei mir macht es plötzlich "klick" und ich verstehe den Stoff, während andere noch bei den Grundlagen sind. Und jetzt finde ich schon wieder, dass der Text hier arrogant klingt... ;D. Der zweite Punkt, der mir das Thema Hochbegabung wieder sehr deutlich vor Augen geführt hat, beantwortet eigentlich schon die Frage nach speziellen Förderprogrammen an unserer Schule. An unserer Schule gibt es den sog. "Pluskurs" oder Kurs für besonders Begabte. Dass ist eine Art Förderprogramm in das von der 5. - zur 7. immer die drei besten Schüler aus der Klasse eingeladen werden und dort verschiedene Angebote wie z.B. Theaterspielen oder Rhetorik wahrnehmen können. Ab der 8. kommen nur noch Schüler mit wirklich herausragenden Noten in den Pluskurs. Dieses Jahr bin ich da auch wieder drin und eigentlich sind in diesen Kursen auch sonst nur sehr begabte Schüler, aber...., und das klingt in meinen Ohren schon wieder arrogant, irgendwie sind meine Mitschüler auch in diesem Kurs "anders" bzw. ich bin es. Es ist natürlich nicht so krass wie im normalen Unterricht und manchmal ist es echt eine Erleichterung sein lernen, wenigstens ab und an, selber gestalten zu können, aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass mir auch dort Aufgaben (obwohl das im Pluskurs wohl eher Projekte sind) leichterfallen als anderen. Auch habe ich oft ganz andere Interessen als meine Mitschüler, so lese ich andere Bücher als sie, interessiere mich sehr für Politik und philosophische Fragen (...wie das klingt...). Außerdem schreibe ich gerne.

Zu den anderen Fragen: Nein, ich habe mit meinen Eltern noch nicht darüber gesprochen. Ich denke über die meisten Dinge erst einmal für mich alleine nach. Und ja, ich wurde mit fünf eingeschult.

justwtch03

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Re: Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?
« Antwort #4 am: Oktober 09, 2015, 20:32:50 Nachmittag »
Lustigerweise laufen bei mir auch Katzen rum ;D... aber halt nicht in meinem Zimmer, in dem auch der Rattenkäfig steht.

Offline AllInAll

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Re: Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?
« Antwort #5 am: Oktober 10, 2015, 11:51:08 Vormittag »
Hey justwtch03!

Deine Texte fand ich sehr interessant, denn ich habe auch eine hochbegabte 13jährige Tochter, die ich in vielen Punkten wiedererkannt habe, vor Allem im Perfektionismus  ;)
An ihrer Schule gibt es auch ein Förderprogramm, in dem begabte und hochbegabte Kinder einmal pro Woche aus dem Regelunterricht herausgezogen werden und an bestimmten Projekten arbeiten. Meine Tochter betont häufig, dass sie gar nicht glauben kann, dass ein Großteil diese Schüler überhaupt begabt sein soll ("Davon merke ich persönlich überhaupt nichts!").

Also, viele deiner Punkte weisen auf eine mögliche Hochbegabung hin, aber, wie du schon richtig gesagt hast, Gewissheit kann man nur durch einen Test erlangen. Anekdote hat einen spezialisierten Psychologen erwähnt, das ist meines Erachtens auch die beste Lösung.

UND: Was du schreibst, ist nicht arrogant!!! Es ist eben so. In diesem Forum haben sich die allermeisten schon mit der Problematik beschäftigt.

Viele Grüße
AllInAll

justwtch03

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Re: Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?
« Antwort #6 am: Oktober 10, 2015, 17:14:26 Nachmittag »
Hey,

vielen Dank für die Antwort! Ich denke, dass ich so oft betone, dass ich es arrogant finde, eine Hochbegabung bei sich selbst zu vermuten, liegt daran, dass ich es mit dieser Frage schon einmal in einem Forum probiert habe, das nicht auf das Thema Hochbegabung spezialisiert war. Ein Fehler :). Außerdem finde ich so Sachen wie Selbstlob ganz grauenhaft.... Aber wie  schon gesagt wurde, ich fürchte es entspricht bei mir einfach dem Tatsachen, dass ich manche Dinge schneller begreife, als andere in meinem Alter.

Jaja, der Perfektionismus :), kann schon richtig nervig sein.... Vor allem für Menschen, die mich dann ertragen müssen...;)

Bei der begabten Förderung habe ich auch schon oft erlebt, dass ich mir bei einer Person gedacht habe, dass sie doch eigentlich nicht so unbedingt herausragend begabt ist. Ich denke, dass es viele Schüler gibt, die richtig gute Noten schreiben, weil sie sich dafür wirklich ins Zeug legen. Das ist ja eigentlich nichts schlechtes, sondern spricht für Ehrgeiz und eine gute Arbeitsmoral. Dumm ist man mit so guten Noten sicherlich auch nicht, eher im Gegenteil. Andererseits fand ich es schon immer "beeindruckender", wenn jemand gute Noten einfach aus dem Ärmel schüttelt, selbst wenn diese Noten dann ein wenig schlechter sind, als die von jemandem, der sich tagelang hinsetzt, um für einen Test zu lernen.

Zum IQ Test. Ja klar, wenn ich mir sicher sein möchte, muss ich so einen Test machen. Aber was bringt es mir dann? Kann ich dann eher eine Klasse überspringen oder andere Förderprogramme wahrnehmen? An sich bin ich einem solchen Test nicht abgeneigt, schon aus reiner Neugierde. Aber ein wenig komisch finde ich das schon :).. Läuft so ein Test in etwa so wie die im Internet ab? Wie lange dauert das in der Regel und sind das dann auch so Themengebiete wie Logik, Wortschatz etc.?

Es wäre schön, wenn jemand die Fragen beantworten könnte, nur damit ich weiß was ich mir unter einem "richtigen" Test vorzustellen habe.

Viele Grüße

Offline Anekdote

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Re: Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?
« Antwort #7 am: Oktober 10, 2015, 17:40:32 Nachmittag »
Hallo,

ja wenn du die Fragen so stellst, kann man sie auch beantworten. Im zweiten Posting waren ja schon keine Fragen mehr. ;) Meine Tochter ist übrigens auch 12 Jahre alt und in Klasse 8.

Wirst du bald 13 oder erst im nächsten Jahr?

Ja ein richtiger IQ-Test besteht immer aus mehreren Themenkomplexen, der sprachliche, logische, rechnerische Fähigkeiten ermittelt und es in Relation setzt mit Verarbeitungsgeschwindigkeit und Arbeitsgedächtnis. Man muss ja möglichst das ganze Spektrum des Könnens eines Menschen abdecken. Sonst kann es passieren, dass man nicht den Bereich trifft, der die Stärken des Menschen abdeckt, er aber trotzdem hochbegabt ist. Der Test muss so breit wie möglich gefächert sein. Ein guter Psychologe wird wohl auch zwei Tests miteinander kombinieren.  Also dauert das dann mindestens eineinhalb bis zwei Stunden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist. Normalerweise sollte man bei einem IQ-Test nicht alle Fragen beantworten können. D. h. sie beginnen in der Regel einfach und werden allmählich schwerer und ganz hinten kann man irgendwann nicht mehr weiter. Das dient dazu, weil man ja die Grenzen der Person herausfinden möchte. Es passiert natürlich auch bei dem ein oder anderen Untertest (aber nur ganz wenigen Personen), dass bis ans Ende alles gelöst wird. Das nennt sich dann Deckelung. Der IQ-Wert, der am Ende dann herauskommt, ist dann wohl zwar hoch aber ungenau und nur eine untere Schätzung, weil eigentlich hätte die Person noch weitere Fragen lösen können. Doch eigentlich will man es ja ganz genau wissen. Das Problem haben aber nur ganz wenige Leute. ;)

Klasse überspringen oder Förderprogramme. Ja genau, normalerweise werden diese Tests unter einer solchen Fragestellung durchgeführt. Willst du das? In einem Förderprogramm bist du ja nun schon drin. Deswegen hatte ich nach deinem Alter gefragt. Traust du dir zu, noch ein Jahr weiter zu gehen? Darüber müsstest du nachdenken. Intellektuell ist das sicher kein Problem, nur muss man bedenken, dass du dann unter noch älteren Schülern wärst. Jeder kann das nicht. Es gäbe noch die Möglichkeit an einer Uni ein Frühstudium zu beginnen. Was sonst noch möglich ist, hängt von euer Schule und der Region ab, in der du wohnst. Da müsstet ihr euch umhören.

Deswegen fragte ich auch nach deinen Eltern. Sie werden schon wissen, dass du ziemlich fit bist. Es muss ja einen Grund gehabt haben, dass sie dich eher eingeschult haben. Schon das ist nämlich normalerweise nicht üblich. Oder kommst du aus Berlin oder Brandenburg? Doch wenn du ihnen nicht sagst, dass du dich unwohl fühlst, denken sie vlt. es ist alles super bei dir und können dir auch nicht helfen. Bist du eigentlich Mädchen oder Junge? ;)
« Letzte Änderung: Oktober 10, 2015, 17:49:45 Nachmittag von Anekdote »
Liebe Grüße
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justwtch03

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Re: Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?
« Antwort #8 am: Oktober 10, 2015, 18:39:07 Nachmittag »
Hey,

soweit ich weiß, bin ich ein Mädchen ;D und werde erst im Juli nächten Jahres 13. Klar, das ist noch eine ganze Ecke hin und die Frage nach dem Überspringen und den Förderprogrammen habe ich vor allem gestellt, weil ich Beispiele für eventuelle Vorteile eines IQ Tests nennen wollte. War wohl nicht so geschickt gemacht  :). Nur ist der Unterricht im Moment wirklich.... unangenehm und ich habe ein bisschen Angst, dass sich das nicht mehr ändert. Es wurde auch deutlich extremer, seit letztem Jahr (oder schon seit vorletzem?). Ich weiß auf jeden Fall noch, dass es mir in der fünften Klasse besser ging, da ich die ganzen Grundlagen noch lernen musste und auch andere Herausforderungen neben dem Stoff hatte, wegen der neuen Schule, neuen Freunden... Ab Mitte der sechsten Klasse wurde es dann immer schlimmer und ich habe angefangen mich im Unterricht noch mehr zu langweilen. Eigentlich hatte ich gehofft, dass es in der 8. Klasse wieder besser werden würde, da an unserer Schule nach der siebten Klasse, die Klassenverbände aufgelöst und neu zusammengestellt werden. Außerdem kam dieses Jahr die 3. Fremdsprache hinzu, Spanisch, und ich hatte gehofft, dass das helfen würde. Hat es aber irgendwie nicht so richtig und ich muss zugeben, dass es mir langsam keinen Spaß mehr macht im Unterricht zu sitzen und mir etwas anzuhören, was ich schon kann. Das würde natürlich für Überspringen sprechen, aber ich bin mir genau wie du nicht sicher, dass das eine gute Idee ist, eben weil ich dann mindestens zwei Jahre jünger als meine Mitschüler wäre. Außerdem habe ich in der jetzigen Klasse Freunde und ich bin jemand, der jetzt zwar nicht unbeliebt ist oder so, aber nur wenige wirklich gute Freunde findet und in einer neunen Umgebung meist ziemlich lange braucht, um sich mit jemandem anzufreunden. Wahrscheinlich würde es in der neunten Klasse auch nicht unbedingt gut ankommen, wenn da plötzlich, ein, aus ihrer Sicht, "kleines Kind" mit drinnen hockt. Also nein, wahrscheinlich würde ich mit oder ohne IQ Test nicht überspringen. Förderprogramme: Klar, der Pluskurs ist ja eigentlich schon eine Art Förderprogramm. Dort wird man allerdings vor allem nach Noten ausgewählt und, wie in meinem letzten Posting bereits erwähnt, das ist, meiner Meinung nach, kein wirklich aussagekräftiges Kriterium. An einem Gymnasium in unserer Nähe gibt es allerdings sog. "Hochbegabtenklassen". Darüber habe ich mich noch nicht weiter informiert, aber dort scheint man wirklich nur aufgenommen zu werden, wenn man einen überdurchschnittlich hohen IQ hat. Ein Frühstudium wäre an unserer Uni ab der 10. Jahrgangsstufe möglich, das halte ich allerdings für ein wenig übertrieben.

Die richtigen Tests scheinen tatsächlich ganz anders zu seinals die im Internet, was ja eigentlich auch klar ist  ;D. Bei den Tests, die ich bisher gemacht habe, gab es zwar auch verschiedene Themenkomplexe, allerdings haben die z.T. nur die rechnerischen und logischen bzw. nur die sprachlichen Fähigkeiten getestet. Die Fragen in den Internettests wurden zwar auch schwieriger, je weiter man sich in einem bestimmten Themenbereich vorgearbeitet hatte, aber eben auch nicht so schwierig, dass die späteren Aufgaben nicht mehr bzw. nur noch schwer zu lösen gewesen wären.

Zu meinen Eltern: Ja klar, sie wissen schon, dass ich nicht dumm bin, dass sieht man ja auch an den Noten, Interessen etc. Ich komme aus Bayern und wurde auf Anraten des Kindergartens früher eingeschult. Das Problem ist nur, dass ich nicht weiß, wie ich meine Vermutung meinen Eltern mitteilen soll. Sie wissen ja schon von den Lehren, dass mir der Stoff sehr leicht fällt und trotzdem finde ich die Vorstellung ein bisschen komisch, zu ihnen zu gehen und ihnen mittzuteilen, dass mich der Schulstoff langweilt bzw. dass ich mich ein wenig unterfordert fühle. Wahrscheinlich werde ich das irgendwann einfach machen und es gar nicht mehr schlimm finden, aber momentan ist die Vortellung wirklich unschön  ;D. Naja, ohne geht ja leider nicht ;).

Mir sind gerade noch zwei Frage zum Test eingefallen. Wie sollte ich mir den Ablauf des Testes vorstellen? Wahrscheinlich macht man ja vorher schon einen Termin zur ersten Beobachtung, wenn man das so nennen kann. Aber steht man dann während man den Test bearbeitet unter Beobachtung, denn der Test dauert ja recht lang. Macht man den Test am Computer? Das wäre ja wahrscheinlich einfacher, wenn man bedenkt, dass auch die Reaktionsgeschwindigkeit berechnet wird.

Sorry, wegen den ganzen Fragen, aber ich bin mir bei solchen Dingen lieber ganz sicher.

Viele Grüße


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Re: Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?
« Antwort #9 am: Oktober 10, 2015, 19:11:50 Nachmittag »
Ich antworte dir gerne, keine Angst, frag ruhig. ;)

Ich danke dir auch für die Beantwortung meiner Fragen. Dann bist du ja richtig früh eingeschult. Nach meiner Information muss ein so junges Kind in Bayern für eine frühe Einschulung schon einen Test machen. Kannst du dich nicht daran erinnern?


Ja, die in den Hochbegabtenklassen haben alle einen IQ-Test machen müssen. Das Ergebnis muss zumindest in die Richtung Hochbegabung weisen. Es ist sicher auch möglich, jetzt noch auf eine solche Schule zu wechseln. Es kommt halt darauf an, ob die Fächer, die du bisher gemacht hast, zu denen in den HB-Klassen passen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du Angst haben musst, vor dem Test. Es spricht schon einiges dafür, dass du das gut schaffen könntest. Meine Tochter ist in einer Hochbegabtenklasse, da sind auch schon Kinder abgegangen und auch hinzugekommen. Der letzte erst in diesem Schuljahr.

Die Auswahl nach Noten in dem Pluskurs ist genau das Problem. Ein Fehler, der leider in ganz vielen Förderprogrammen gemacht wird. Wer so auswählt, fördert Hochleister und nicht unbedingt Hochbegabte. Denn Hochbegabte sind  nicht immer Hochleister und schreiben immer top Noten. Wie du schon sagst, mitunter haben die, die die guten Noten schreiben, zu Hause dafür viel gemacht.


Manche Hochbegabte können Langeweile nicht gut ertragen, schalten ab und schreiben dann eben keine so guten Noten. Sie fallen so durchs Raster. Es sitzen so womöglich noch ein paar hochbegabte Kandidaten in eurer Schule, die deshalb übersehen und nicht extra gefördert werden. Das ist letztendlich sehr schade.

Achso ja:
Ein Vorgespräch wird manchmal auch einfach am Testtermin gemacht. Und nein, das passiert nicht am Computer. Bisher noch nicht, soviel ich weiß. Du bekommst Testbögen, die du bearbeiten musst. Der testende Psychologe muss dir jeden neuen Aufgabenblock erklären. Du kannst/darfst erst beginnen, wenn du alles verstanden hast. Der Tester ist dabei und es geht weniger um Beobachtung, als darum, dich sicher durch den Test zu führen. Bei den privaten Testern muss man dafür auch zahlen. Wenn du in der Nähe von München bist, kannst du dich an die LMU wenden.

Nein, es wird nicht die Reaktionsgeschwindigkeit berechnet. Du hast einfach für bestimmte Aufgaben einen festgesteckten Zeitrahmen und dann sieht man, wie weit du bei den Aufgaben kommst. Wer schneller ist, kommt weiter, als wer Probleme bei der Verarbeitung von Informationen hat.
« Letzte Änderung: Oktober 10, 2015, 19:23:58 Nachmittag von Anekdote »
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Re: Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?
« Antwort #10 am: Oktober 10, 2015, 19:31:45 Nachmittag »
Wenn der testende Psychologe fit genug ist, wird er ein Programm auf dem Computer haben, womit er die Ergebnisse schnell auswerten kann. Das ist die Rolle des Computers bisher bei diesen Tests. ;)
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Re: Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?
« Antwort #11 am: Oktober 10, 2015, 19:33:59 Nachmittag »
Hey,
nein, an einen IQ Test wegen der früheren Einschulung kann ich mich nicht erinnern?! Meine Eltern haben mir auch nie etwas in die Richtung erzählt?! War das schon immer so geregelt?

Okay, danke für die Infos zum Test. Das klingt alles ganz gut und ich werde mal schauen, dass ich meinen Eltern von der Geschichte erzähle. Bei der Gelegenheit versuche ich vielleicht auch nochmal nach dem Test bei der Einschulung zu fragen. Im Internet habe ich bisher dazu nichts gefunden, aber genau gesucht habe ich auch noch nicht.



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Re: Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?
« Antwort #12 am: Oktober 10, 2015, 19:41:35 Nachmittag »
Schau mal, hier steht es: https://www.verwaltungsservice.bayern.de/dokumente/leistung/13885875650

"Für alle Kinder, die nach dem 31. Dezember geboren wurden, ist ein schulpsychologisches Gutachten erforderlich. Die Entscheidung über die Schulaufnahme erfolgt durch die Schulleitung. "

Für so ein Gutachten wird soviel ich weiß schon ein Test, ein spezieller für Kinder in dem Alter, gemacht.  Ich frage mal jemanden aus Bayern mit früheingeschulten Kindern. Vlt meldet sie sich ja mal und kann dir genaueres sagen.

Wie lange das schon so gehandhabt wird in Bayern, weiß ich nicht. Ich weiß es allerdings schon länger. Es wird also nicht erst seit gestern so sein ;)

« Letzte Änderung: Oktober 10, 2015, 19:48:19 Nachmittag von Anekdote »
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justwtch03

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Re: Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?
« Antwort #13 am: Oktober 10, 2015, 19:47:36 Nachmittag »
Danke für den Link! Es wäre wirklich nett von dir, wenn du Nachfragen könntest, ob dieser Test immer gemacht wird. Wenn ich den gemacht hätte, hätten meine Eltern mir das aber sicher erzählt!?

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Re: Könnte es sein, dass ich hochbegabt bin?
« Antwort #14 am: Oktober 10, 2015, 19:50:42 Nachmittag »
Sie meldet sich sicher bald.

Das wäre aber ein guter Aufhänger für ein Gespräch mit deinen Eltern. ;)

"Wie war das eigentlich möglich, dass ich so früh eingeschult wurde? Ich bin so ziemlich die einzige und das geht glaube ich nicht so einfach. " So in der Art.


Meine Tochter wurde auch vor der Einschulung getestet, sie kann sich auch nicht mehr erinnern.
« Letzte Änderung: Oktober 10, 2015, 19:57:12 Nachmittag von Anekdote »
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